Patentrecht, Markenrecht & UPC
Bei den IP Days 2026 kamen am 23. und 24. September in München Experten aus Unternehmen, Justiz, Wissenschaft und internationaler Anwaltschaft zusammen. Zwei Tage lang standen aktuelle Fragen des geistigen Eigentums im Mittelpunkt. Die Bandbreite reichte von künstlicher Intelligenz über Patent Litigation und Anmeldestrategien bis hin zu den neusten Entwicklungen beim Einheitlichen Patentgericht (Unified Patent Court). Darüber hinaus wurde das Management großer Markenportfolios, Softwarepatente, SEP-Verfahren (Standard Essential Patents) sowie IP-Transaktionen und Lizenzgeschäfte diskutiert.
Die IP Days boten eine Plattform für den fachlichen Austausch zu den zentralen Herausforderungen eines nationalen und international ausgerichteten IP-Managements. Im Fokus standen nicht nur neue rechtliche Entwicklungen, sondern auch deren praktische Bedeutung für Unternehmen, Schutzrechtsinhaber, Inhouse-Teams und beratende Kanzleien. Die Vorträge und Diskussionen verbanden strategische Fragestellungen mit Einblicken aus der gerichtlichen Praxis, der Wissenschaft und dem Unternehmensalltag.
Den Auftakt bildete die Frage, wie künstliche Intelligenz die Arbeit von IP-Abteilungen und IP-Kanzleien verändert. Daran schlossen sich Beiträge zur weiterhin hohen Bedeutung und Relevanz nationaler Patentstreitverfahren sowie zur Wahl zwischen nationalen Patenten, europäischen Bündelpatenten und Einheitspatenten an. Auch die Patentierbarkeit von Software, die Rolle des Unified Patent Court bei globalen SEP-Auseinandersetzungen und die europäische Long-Arm-Jurisdiction wurden intensiv beleuchtet. Damit griff das Seminar Programm zentrale Entwicklungen im europäischen Patentrecht und in der grenzüberschreitenden Patentdurchsetzung auf.
Weitere Sessions widmeten sich dem Aufbau und der Steuerung pharmazeutischer Markenportfolios von der Entwicklung bis zur Markteinführung. Außerdem wurde beleuchtet, wie das deutsche Wettbewerbsrecht genutzt werden kann, um den Designschutz zu ergänzen oder Lücken im Schutz auszugleichen. Ein weiterer spannender Programmpunkt beschäftigte sich mit den Chancen und Herausforderungen von Schiedsverfahren bei Streitigkeiten über Patentlizenzen. Dabei wurde besonders hervorgehoben, dass sich Konflikte so oft erfolgreich lösen lassen, ohne den Weg vor Gericht gehen zu müssen.
Ein praxisnaher Blick auf gescheiterte IP-Deals bei Start-ups zeigte zudem, wie entscheidend eine klare IP-Strategie, sorgfältige Due Diligence und frühzeitige vertragliche Regelungen für Investitionen und Kooperationen sind. Gleichzeitig wurde gezeigt, dass die verschiedenen beteiligten Gruppen häufig unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse haben.
Den Abschluss des abwechslungsreichen Programms bildete ein Update zum geplanten EU Biotech Act und den möglichen Auswirkungen auf die künftige IP-Praxis.
Neben den fachlichen Impulsen lebten die IP Days vom offenen Dialog und den persönlichen Begegnungen. Zwischen den Sessions blieb viel Raum für intensive Gespräche und den Aufbau neuer internationaler Kontakte. Das Rahmenprogramm führte die Gäste zu Schloss Nymphenburg und zum gemeinsamen Abend in den Königlichen Hirschgarten. Den Abschluss bildete ein Besuch des Münchner Oktoberfests – ein passender Ausklang für zwei intensive Tage, an denen Wissenstransfer, Networking und bayerische Gastfreundschaft zusammenkamen.
Wir danken allen Referenten, Gästen und Mitwirkenden für ihre Beiträge, die lebhaften Diskussionen und die besondere Atmosphäre. Die Vielfalt der Perspektiven hat erneut gezeigt, wie wichtig der internationale und interdisziplinäre Austausch ist, um zu zeigen, wie Innovationen, Technologien, Marken und Designs wirksam geschützt werden können.
Die nächsten IP Days sind für den 22. und 23. September 2027 geplant. Wir freuen uns schon jetzt auf die Fortsetzung in München.